Nach der sogenannten "Schnäppchen-Razzia" am 14. Mai 1941, die zur Internierung von mehr als 3700 Juden in den Lagern im Loiret führte, kam es am 20. August 1941 zu einer zweiten Operation. Auf Veranlassung des Dienstes für jüdische Angelegenheiten der Gestapo (Sipo SD) verhaftete die von deutschen Soldaten kontrollierte Pariser Stadtpolizei 4.232 Juden verschiedener Nationalitäten, allesamt Männer im Alter von 18 bis 50 Jahren, darunter etwa 1.500 französische Staatsbürger. 40 Anwälte der Pariser Anwaltskammer gehören ebenfalls zu den Juden, die ausdrücklich von dieser ersten großen Razzia betroffen waren.
Diese Operation wird von der Pariser Stadtpolizei durchgeführt, ohne dass die französische Regierung konsultiert oder informiert wurde. Die Verhaftungen finden auf der öffentlichen Straße und in den Wohnungen statt, zunächst im 11. Arrondissement, das ab 5:30 Uhr morgens von 2.400 Polizisten, Ranglisten und Polizeiinspektoren abgeriegelt wird. Dann wurden sie bis zum 25. August verlängert und auf die anderen Pariser Bezirke ausgeweitet.
Der von den Nazis vorgebrachte Vorwand zur Rechtfertigung dieser Razzia ist der Kampf gegen die Aktionen der Kommunisten im Gefolge des Einmarsches Nazi-Deutschlands in der Sowjetunion am 22. Juni 1941, Kommunisten, die in der nationalsozialistischen Propaganda "bolschewistische Juden" genannt wurden.
Diejenigen, die zu Hause festgenommen werden, dürfen eine Decke für Kleidung und Lebensmittel für einen Tag mitnehmen. Sie werden an verschiedenen Sammelpunkten wie dem Gymnasium Japy im 11. Arrondissement versammelt und dann von der TCRP ins Lager Drancy transportiert. Die ersten Internierten kommen ab 7:30 Uhr morgens im Lager von Drancy an, das in der Eile eröffnet wurde. Zwischen 70.000 und 80.000 Juden wurden in den Jahren 1941 bis 1944 im KZ Drancy interniert. Ab 1942 wurde das Lager Drancy zu einem Übergangs- und Deportationslager für 63.000 Internierte, die hauptsächlich nach Auschwitz deportiert und ermordet wurden. Unter der Aufsicht eines nationalsozialistischen Kommandanten steht das Lager unter der Verantwortung des Präfekten von Paris, der die Gendarmerie für die Bewachung des Lagers und die Versorgungsdienste der Präfektur Seine unterstellt hat.