Die freiwilligen Verpflichteten vom 7. Juni 1940

Foto 1: Joseph Zytnicki meldet sich im September 1939 als freiwilliger Soldat an, auf unserem ersten Bild links im Lager von Barcarès. Er trat dem 21. RMVE bei, der im Oktober 1939 im Lager von Barcarès gegründet wurde. Das Regiment begab sich am 30. April 1940 nach Elsass und dann in die Ardennen, wo es der 35. Infanteriedivision zugeteilt wurde. Am 9. und 10. Juni erlitt er einen deutschen Angriff mit schweren Verlusten. Er zog sich nach Sainte-Menehould zurück und fuhr weiter, bis er am 19. Juni Allain erreichte. Joseph Zytnicki fiel am 18. Juni 1940 in den Kampf. Sein Regiment erhielt am 22. Juni den Befehl zum Waffenstillstand.
Credits: Mémorial de la Shoah/coll. Henri Zytnicki

Am 1. September 1939, nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Polen, beschloss der Ministerrat die allgemeine Mobilisierung. Die öffentliche Meinung schwankt zwischen Kündigung und der Entschlossenheit, den deutschen Machtkämpfen ein Ende zu setzen. Die französischen Juden reagieren auf die Mobilisierungsbefehle wie die gesamte französische Bevölkerung. Ausländische Juden strömen in großer Zahl in die Rekrutierungsbüros. Über 25.000 jüdische Freiwillige wurden entweder in die Marschregimenter der ausländischen Freiwilligen (RMVE), in die Infanterie der Fremdenlegion oder in die auf französischem Gebiet neu gebildete polnische Armee und in die tschechoslowakische Armee eingegliedert.
Nur ein Teil der freiwilligen Einsatzkräfte wurde tatsächlich im Laufe des Winters 1939 und des Frühlings 1940 eingegliedert, je nach Bedarf, den oft mangelhaften Ausrüstungsressourcen und der Aufnahmestruktur. Von 83.000 Anträgen wurden 43.000 Ausländer aufgenommen, darunter 25.000 Juden. Angesichts der deutschen Offensive vom 10. Mai 1940 waren die Kämpfe erbittert und die Rolle dieser Einheiten war von entscheidender Bedeutung. Die Tapferkeit dieser Männer ist bemerkenswert. Von den dreizehn Palmen, die während des Feldzuges 1939-1940 von Einheiten beschafft wurden, waren fünf von ausländischen Regimentern. Tausende von Soldaten werden im Kampf getötet. Viele werden gefangen genommen und in Deutschland interniert.
(Auszüge: Les Juifs de France dans la Shoah, Jacques Fredj, Hrsg. Gallimard und die ausländischen jüdischen Freiwilligen in den französischen Armeen während der beiden Weltkriege unter der Leitung von Olivier Lalieu, Hrsg. Mémorial de la Shoah)

Foto 2: Joseph Zytnicki, seine Frau Brucha Zytnicki und sein Sohn Henri. Brucha, Widerstandskämpferin der UJRE (Union des Juifs pour la Résistance et l'Entraide), gelingt es, ihren Sohn Henri in Murat in der Auvergne bei der Lehrerin Alice Ferrière zu verstecken.
Credits: Mémorial de la Shoah/coll. Henri Zytnicki