85. Jahrestag der Kristallnacht

Anlässlich des 85. Jahrestages des Pogroms vom 9. November 1938, genannt "Kristallnacht", empfing die Gedenkstätte der Shoah Rima ABDUL MALAK, Kulturministerin, und Claudia Roth, Beauftragte beim Bundeskanzler für Kultur und Medien.

Gemeinsam besuchten sie die Ausstellung "Riss: der Papon-Prozess" und trafen sich mit Schülern aus den deutsch-französischen Klassen der Pariser Region, um über "Rassismus und Antisemitismus in Europa heute" zu diskutieren.

Bei diesem vom Mémorial de la Shoah organisierten Workshop ging es darum, rassistische und antisemitische Vorurteile zu dekonstruieren, die Bedeutung antisemitischer und rassistischer Handlungen hervorzuheben und die Rolle der sozialen Netzwerke bei der Verbreitung von Rassismus und Antisemitismus zu demonstrieren.

Jacques Fredj, der Direktor des Mémorial erinnerte ebenfalls an die Kristallnacht:

Wie sollte man das nicht mit dem, was am 7. Oktober passiert ist, in Verbindung bringen? Barbarische Massaker an wehrlosen Zivilisten, alten Menschen, jungen Mädchen und Kindern, die als Geiseln genommen wurden. Das Ziel der Terrororganisation, die diese Anschläge verübt hat, ist es, die Juden zu ermorden und den Staat Israel zu zerstören.

Wir sind alle erschüttert, verwundet und solidarisch mit dem Staat Israel und seiner gesamten Bevölkerung, wie wir es nach Montauban, Toulouse, L'Hyper-Cacher, Charlie-Hebdo, Bataclan mit den Opfern und ihren Familien waren. Nizza und all die mörderischen islamistischen Terroranschläge, die unser Land heimgesucht haben, insbesondere diejenigen, die zum Tod der Lehrer Samuel Paty und Dominique Bernard geführt haben. In Frankreich und Israel hat der islamistische Terrorismus nur ein Gesicht: das der Barbarei und des Hasses.

Die Mission der Gedenkstätte ist es, gegen die Barbarei und den Hass auf andere aufzuklären, indem sie die Folgen von Rassismus und Antisemitismus in der Geschichte der Shoah und der Völkermorde lehrt. Wir lehren Toleranz sowie die Werte, auf denen unsere Republik beruht. Das Memorial versucht durch Bildung, Reflexion und die Entwicklung des kritischen Sinns, Stereotype und Vorurteile sowie alle Formen der Propaganda zu zerschlagen, deren Risiko in der extremistischen Indoktrination besteht. Verschwörer, Antisemit, Rassist oder Negationist.

Wir werden weiterhin mit Kraft und Entschlossenheit unsere Handlungen entwickeln, weil wir an den Menschen und an die Menschlichkeit glauben."

Ein außergewöhnliches Treffen rund um das Thema "Kristallnacht: Fotografien, die Geschichte gemacht haben" brachte Lior Lalieu-Smadja, Leiter der Fotothek im Shoah-Memorial, zusammen. Herbert Traube, Zeuge der "Kristallnacht", Widerstandskämpfer und Überlebender der Shoah, und Bjoern Weigel, Historiker, Autor mit Christoph Kreutzmüller von Kristallnacht? Bilder der Novemberpogrome 1938 in Berlin, Kulturprojekte Berlin GmbH, 2013.