Tod von Aharon Appelfeld, dem Überlebenden der Shoah und großen israelischen Schriftsteller

Aharon Appelfeld, ein Überlebender der Shoah und einer der bedeutendsten israelischen Autoren, starb in der Nacht vom 3. auf den 4. Januar 2018 im Alter von 85 Jahren.

Aharon Appelfeld wurde am 16. Februar 1932 in Rumänien im Dorf Jadova bei Czernowicz als Sohn einer jüdischen Familie geboren. Seine Mutter wird 1940 von den Nazis ermordet. Aharon und sein Vater werden in ein transnistrisches Lager deportiert.

Im Jahr 1942 gelingt Aharon die Flucht und wandert durch den Wald der Ukraine bis zur Ankunft der russischen Armee 1944. Aharon arbeitete neun Monate lang für die Rote Armee. Ein Jahr später kehrte er nach Palästina zurück, wo er 1957 seinen Vater, ebenfalls ein Überlebender der Shoah, traf.

Seit seinem ersten Buch im Jahr 1962 hat Aharon Appelfeld ein umfangreiches und von der Erfahrung der Shoah durchdrungenes Werk veröffentlicht, weigerte sich jedoch, als "Schriftsteller der Shoah" kategorisiert zu werden. Er erhielt 1983 den israelischen Preis und 2004 den ausländischen Prix Médicis.

Das Shoah-Memorial empfing am 25. März 2012 Aharon Appelfeld anlässlich des Kolloquiums "Aharon Appelfeld, fünfzig Jahre Schreiben". Nachfolgend finden Sie das Video dieses Kolloquiums:

Zuletzt, am 16. März 2017, hatte das Mémorial de la Shoah ein Treffen mit dem Titel "Imre Kertész et Aharon Appelfeld: de la première génération de témoins au 9e art" im Rahmen des Zyklus "Von einer Generation zur anderen: l'écriture des grands témoins" organisiert. Wir bieten Ihnen an, diese Konferenz als Video wiederzufinden:

 
Bei diesem Treffen spricht Catherine Coquio darüber, wie sich Imre Kertész und Aharon Appelfeld durch ihre sehr erfinderischen Werke auf das Kind als Zeugin verfangen: eine Figur, die über die Autobiografie hinausgeht und bei Appelfeld in ein poetisches Land transportiert wird. Eine Kinderfigur, die einen fremden Blick auf eine Welt wirft, die dem Unmenschlichen überlassen wurde.
Arthur Nauzyciel, Marin Karmitz und Valérie Zenatti diskutieren über die Auswirkungen der Werke von Imre Kertész und Aharon Appelfeld auf ihre eigenen Kreationen: Schreiben, Übersetzung, Theater- und Filmproduktionen sowie deren Bezug zu seinen Werken.
Unsere Gedanken sind heute bei den Angehörigen von Aharon Appelfeld.