Zweite Ausgabe
des Preises Odette und Léon ChertokNachrichten
Montag, 19. Januar 2026
Die Verleihung des Odette-Léon-Chertok-Preises fand am 19. Januar 2026 im Auditorium Edmond J. Safra der Shoah-Gedenkstätte statt. Vor einem versammelten Publikum würdigte die Jury die Kraft von zwei großen Werken, indem sie einen Preis auf Augenhöhe verlieh.
In diesem Jahr hat die Jury zwei ergreifende Erzählungen ausgewählt, die das Schicksal der Juden und insbesondere der Kinder in Polen während des Zweiten Weltkrieges mit großer dokumentarischer Kraft erforschen:
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Anna Bikont für Der Preis zu zahlen, auf der Suche nach jüdischen Kindern in Polen nach dem Krieg (Éditions Noir sur Blanc) In diesem Buch führt die polnische Journalistin eine langwierige Untersuchung auf den Spuren von 52 jüdischen Kindern durch, die dank des Mutes polnischer Bürger die Vernichtung überlebt haben. Das Buch verfolgt seine Suche durch die Welt, um 30 von ihnen zu finden, und verbindet historische Strenge mit Emotion.
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Hanna Krall für La Douleur fantôme (Éditions Noir sur Blanc) Eine Sammlung von Texten, die zwischen 1993 und 2003 veröffentlicht wurden. Dieses Werk der großen polnischen Schriftstellerin bietet ein meisterhaftes Eintauchen in das tragische Schicksal der Juden in Polen. Durch ihren einzigartigen Stil gibt Hanna Krall den Verschwundenen eine Stimme und Präsenz zurück.

Memorial de la Shoah, remise du Prix Chertok. 19 janvier 2026 © Laurent Bagnis
Zur Erinnerung: Die Jury dieser Ausgabe bestand aus: Rima Abdul Malak, Emmanuel Carrère, Cécile Chertok, Grégoire Chertok, Sarah Chiche, Jean Hatzfeld, Chaim Korsia, Rebecca Marder, Valérie Toranian und Nathalie Zajde.
Neben den beiden Preisträgern umfasste die offizielle Auswahl auch:
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Musterwohnungen von I. Backouche, S. Gensburger und É. Le Bourhis
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Was ich in Auschwitz von Alter Fajnzylberg gesehen habe
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Lauf nicht! Geh! von Roman Polanski
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Der Bergen-Belsen-Vogel von Florence Schulmann
Holocaust-Gedenkstätte, Verleihung des Chertok-Preises. 19. Januar 2026 © Laurent Bagnis