Der Einmarsch in Polen im September 1939 markierte den Beginn des Zweiten Weltkriegs. In den annektierten Ostgebieten sammelte die deutsche Armee die jüdischen Bewohner in schnell überfüllten und unhygienischen Ghettos. Der erste Schritt im Prozess des Völkermords an den jüdischen Bevölkerungen in Mitteleuropa war die Auflösung der Ghettos in den Jahren 1942-1943 und die Überführung ihrer Bevölkerung in die Vernichtungszentren.
Der von den Nazi-Behörden insgeheim durchgeführte Vernichtungsprozess ist in diesem ersten Schritt paradoxerweise gut visuell dokumentiert: Zwischen 15.000 und 20.000 Fotos wurden während des Zweiten Weltkriegs in den Ghettos aufgenommen.
Was sind diese Bilder? Propaganda? Zeugnis? Widerstand? Denunziation für die Geschichte?
Die Antworten werden teilweise durch den Kontext ihrer Ausführung und die Persönlichkeiten ihrer Autoren gegeben.
Durch eine Auswahl wenig bekannter Fotografien aus weltweit erhaltenen Sammlungen, die in verschiedenen Ghettos aufgenommen wurden (abgesehen von den großen Ghettos wie Warschau, Lodz oder Kaunas existierten mehr als 400 weitere Ghettos) Die Ausstellung bietet eine analytische und historische Lektüre der Fotografien und erzählt anhand dieser eine Geschichte von der Einkerkerung und dem langsamen Tod mehrerer hunderttausender Juden in den Ghettos.
Siehe die Website der Ausstellung