Ausstellung "In der Gnade Gottes",
die Kirchen und die Shoah

Freitag, 17. Juni 2022 Donnerstag, 23. Februar 2023

Im Jahr 1944 spricht Albert Camus in Combat den Papst Pius XII. und die religiösen Führer angesichts der Schrecken des Zweiten Weltkriegs an. Wie konnte das NS-Regime die Ermordung der Juden im Herzen des christlichen Europas durchführen, vor den Augen der Kleriker und der Gläubigen? Warum haben manche protestiert und gehandelt, während andere schweigen? Waren die Kirchen eine Kraft der Verhandlung, des geistlichen Widerstands und der gegenseitigen Hilfe? Seit achtzig Jahren stellen diese Fragen das europäische Gewissen in Frage.

Über die Polemiken hinaus präsentiert diese Ausstellung der breiten Öffentlichkeit einen aktuellen Stand der Forschung zu diesen Debatten, näher an den jüngsten Entdeckungen im Zusammenhang mit der Öffnung des Vatikanischen Archivs. Das Gedenken an die Razzien im Sommer 1942 bietet die Gelegenheit, die Positionen der christlichen Kirchen - katholisch, protestantisch und orthodox - gegenüber der Shoah zwischen Schweigen und Protest, Diplomatie, Widerstand und gegenseitiger Hilfe zu etablieren, indem man sie in einen längeren Kontext stellt. von der Tradition des christlichen Antijudaismus bis zur jüngsten Erinnerung.

Die Website der Ausstellung entdecken 

WISSENSCHAFTLICHER KOMMISSAR
Nina Valbousquet, Historikerin, Französische Schule von Rom

MUSEUMSKOMMISSAR
Caroline François, Ausstellungsbeauftragte im Mémorial de la Shoah, unterstützt von Élise Petitpez, Museographin, Élise Arnaud und Lorette Cambianica, Praktikantinnen im Mémorial de la Shoah

Freier Eintritt, im 1. Stock des Mémorial de la Shoah in Paris