Der Völkermord ist ein spezifischer Verstoß gegen das internationale Strafrecht und ein sehr individualisiertes Konzept. Die Spezifität dieses Verstoßes und die Präzision dieses Konzepts werden durch den vergleichenden Ansatz von drei während des 20. Jahrhunderts verübten Massenmorden unterstrichen, die sich ohne jeden Zweifel als Völkermord erwiesen haben. In chronologischer Reihenfolge sind sie die Zerstörung der Armenier des Osmanischen Reiches, der Juden Europas und der ruandischen Tutsi. Diese Völkermorde sind vergleichbar. Die Analyse ihrer Ähnlichkeiten und Unterschiede ermöglicht ein besseres Verständnis ihrer jeweiligen Mechanismen.
Jeder Völkermord ist einzigartig. Durch die Irrationalität des Motivs, die Radikalität der Zerstörung der Gruppe und ihre Unverhältnismäßigkeit ist der Holocaust ein in der Geschichte der Menschheit beispielloses Verbrechen, während die beiden anderen Genozide teilweise unter politische Motive fallen.
Diese Ausstellung wurde von der Shoah-Gedenkstätte in Paris, Frankreich (Kuratoren Georges Bensoussan, Joel Kotek und Yves Ternon) entworfen, geschaffen und verteilt und durch die großzügige Unterstützung der SNCF ermöglicht.