Hommage an Bernard Kanovitch
(1932-2025)

Bernard Kanovitch, Doktor der Medizin, Spezialist für medizinische Ethik und Unterstützer des Mémorial de la Shoah, ist am 26. März 2025 verstorben.

Bernard Kanovitch wurde am 14. Mai 1932 in Paris geboren. Seine Eltern, Aizick und Sarah, die in den späten 1920er Jahren aus Litauen kamen, starben bei der Deportation nach Auschwitz-Birkenau zusammen mit seiner kleinen Schwester Rosette. Während des Krieges lebte er versteckt unter dem Namen Bernard Moulin mit seinem Bruder Joseph in Châteauroux und später in Vimoutiers.

Rechts: Rosette KANOVITCH, geboren am 6. Dezember 1941, wohnt mit ihrer Familie in der Rue Bichat 32 im 10. Arrondissement von Paris. Sein Vater Aïzik, der bei der Razzia vom 20. August 1941 gefangen genommen wurde, wurde am 5. Juni 1942 deportiert. Am 2. September 1943 wird Rosette mit ihrer Mutter Sarah-Maïta in den Konvoi Nr. 59 deportiert. Ihre beiden Brüder, Bernard und Joseph, sind den Razzien entkommen. Sie wurden zu Aktivisten des jüdischen Gemeinschaftslebens und Dr. Bernard Kanovitch war Präsident der Vereinigung der versteckten Kinder.

Bernard Kanovitch ist Doktor der Medizin, Honorarprofessor auf dem Gebiet der medizinischen Ethik und ehemaliger Leiter der Abteilung für Rheumatologie bei der Rothschild-Stiftung.
Er spielte eine wichtige Rolle im Bereich der biomedizinischen Ethik durch das National Advisory Committee on Ethics und den National AIDS Council. Er gründete den Benjamin-Edmond-de-Rothschild-Lehrstuhl, dessen Arbeiten es Ärzten, Philosophen, politischen und religiösen Führern aller Schichten ermöglichten, gemeinsam an Themen der Bioethik zu arbeiten.
Er hatte auch wichtige Aufgaben in der jüdischen Gemeinde Frankreichs und an den Universitäten.

Bernard Kanovitch ist Wächter der Nation, Kommandant im National Order of Merit und Offizier im Orden der Ehrenlegion.
Er veröffentlichte unter anderem Itinéraire d'un Juif Français (Bourin Éditeur, 2009).

Das Mémorial de la Shoah spricht seiner Tochter Lisa, der treue Unterstützer des Mémorial de la Shoah, sowie seiner Familie und seinen Angehörigen sein aufrichtiges Beileid aus.