Jacques Altmann, Überlebender und Zeuge der Shoah, starb am 13. März 2026 im Alter von 103 Jahren in Paris.
Adolphe, genannt Jacques Altmann, wurde am 3. März 1923 in Elberfeld geboren. Seine Eltern, Dina und Suscher, kamen aus Polen und trafen sich in Wuppertal. Die Machtergreifung Hitlers veranlasste sie 1933, das Land zu verlassen und sich in Frankreich niederzulassen, später nach Nancy und Romainville. Sie eröffnen ein Textilgeschäft in Romainville. Jacques schließt sich ihnen 1938 nach dem Pogrom der "Kristallnacht" an.
Sein Vater trat 1940 freiwillig in die französische Armee ein. Jacques wurde 1941 nach einem Kampf zum ersten Mal verhaftet. Jacques, der sein ganzes Leben lang sportbegeistert war, übte unter anderem Boxen aus. Er entkam und flüchtete nach Sablé in der Sarthe, dann nach Nantes.
Seine Eltern werden mit seinen vier jüngeren Brüdern verhaftet und am 3. November 1942 in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert.
Jacques wurde im März 1943 in Nantes verhaftet und ins Lager von Drancy geschickt, bevor er in die Nebengebäude von Austerlitz und Lévitan verlegt wurde.
Am 10. Februar 1944 wurde Jacques ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert. Er wird dem Kommando "Kanada" in der Gruppe zugeteilt, die an der "Rampe" arbeitet.
Im Oktober 1944 wurde er nach Ohrdruf, einem Außenlager von Buchenwald, versetzt, wo er im April 1945 von amerikanischen Truppen befreit wurde. Er ist der einzige Überlebende seiner Familie.
Jacques war eine Figur der Amicale d'Auschwitz und dann der Union des déportés d'Auschwitz, deren Fahnenträger er war. Über viele Jahre wird er auch den neuen Generationen Zeugnis ablegen.
Die Gedenkstätte der Shoah würdigt das Andenken an Jacques Altmann, einen engagierten Zeugen, der sich für die Weitergabe des Gedenkens an die Shoah einsetzt, und spricht seiner Familie ihr aufrichtiges Beileid aus.