Hommage an Renée Borycki, geborene Sieradzki, verstorben am 6. Juli 2022

Die Shoah-Gedenkstätte würdigt Renée Borycki, geborene Sieradzki, eine herzliche Frau, unermüdliche Aktivistin im Gedenken an die Shoah, die am Mittwoch, den 6. Juli 2022, in ihrem 85. Lebensjahr, wenige Tage vor ihrem Geburtstag am kommenden 16. Juli gestorben ist.

Blima Sieradski und ihre Tochter Renée. Paris, 1940. Mémorial de la Shoah/coll. Renée Borycki
Renée Sieradzki wurde am 16. Juli 1936 in Paris geboren. Ihre Eltern, Mordka und Blima, kamen 1931 aus Polen nach Frankreich. Mordka sagt, dass Max Friseur ist und Blima in der Modebranche arbeitet. Sie wohnen in der Rue Faidherbe im 11.e Arrondissement von Paris. Am 14. Mai 1941 wird Max zur "Situationsprüfung" ins Gymnase Japy geladen, es ist die sogenannte Razzia des "Billet vert". Max wurde sofort verhaftet und ins Lager von Pithiviers geschickt, wo er über ein Jahr blieb und am 17. Juli 1942 vom Konvoi 6 in das Lager Auschwitz-Birkenau deportiert wurde.

Am 16. Juli 1942 entkamen Renée und ihre Mutter knapp der Razzia des Vel d'Hiv. In Livry-Gargan von einer Bekannten empfangen, bleiben sie den ganzen Krieg über verborgen in einem Cagibi, dessen schwere Nachwirkungen Renée ihr ganzes Leben lang behüten wird.

Ende April 1945 findet Renée ihren Vater Max wieder, der gerettet und schrecklich gezeichnet ist. Max teilt mit seiner Frau und seiner Tochter die Schrecken seines Lebens in den Lagern. Als Friseur in Auschwitz weigerte er sich, den Beruf wieder aufzunehmen und wurde Schneider. Renée bezeugt, dass ihr Vater zu Hause nur mit der Deportation lebte und nur deportierte Freunde aufnahm. Max ging zu zahlreichen Gedenkfeiern in Deportationskleidung, oft in Begleitung seiner Tochter. Renée heiratete 1959 Bernard Borycki.

Ihr Sohn Alexandre, der ebenfalls in die Weitergabe der Geschichte der Shoah investiert ist, ist heute Präsident des Vereins Mémoires du convoi 6 und der Lager im Loiret.

Renée Borycki im Shoah-Memorial 27. Januar 2015 © Foto Jean-Marc Lebaz/Shoah-Memorial

Renée gibt am 12. Januar 2022 ein letztes Zeugnis für die Gedenkstätte der Shoah ab, das sie so abschließt: "Ich befinde mich am Ende meines Lebens, dies ist das letzte Mal, dass ich Zeugnis ablege, es ist meine Pflicht."

Die Zeugenaussage überprüfen 

Die Gedenkstätte der Shoah schließt sich dem Schmerz ihres Sohnes Alexander und seiner beiden Enkelinnen an und spricht ihnen ihr Beileid aus.