Großes Interview: Jacques Fredj geht auf die Aufgaben und Herausforderungen des Mémorial de la Shoah ein

In einem Interview mit Radio J gibt Jacques Fredj, der Direktor des Mémorial de la Shoah, ein wichtiges persönliches und institutionelles Zeugnis ab.

Am Mikrofon von Cyrielle Sarah Cohen geht er auf die Wurzeln seines Engagements zurück, von seiner Kindheit in Versailles bis zur Leitung der Institution, und betont den entscheidenden Einfluss seiner Erziehung zu den Werten der Republik und seiner Zeit innerhalb der jüdischen Pfadfinderbewegung.

Über die biografische Erzählung hinaus erinnert Jacques Fredj an die Entstehung und Einzigartigkeit des Mémorial de la Shoah, direkter Erbe des 1943 im Untergrund gegründeten Zentrums für zeitgenössische jüdische Dokumentation. Er betont die doppelte Berufung der Einrichtung: eine symbolische Grabstätte für diejenigen zu bieten, denen sie vorenthalten wurde, und gleichzeitig ein rigoroses Forschungszentrum zu schaffen, das in der Lage ist, das Gedenken an den Völkermord in der nationalen und europäischen Geschichte zu verankern.

Das Gespräch behandelt auch die entscheidenden Herausforderungen der Übertragung in einer Zeit, in der die letzten direkten Zeugen verschwinden. Jacques Fredj betont die Notwendigkeit, Emotionen in ein echtes politisches Bewusstsein zu verwandeln, wobei die Geschichte als Maßstab dienen muss, um unsere Gegenwart zu verstehen. Er erwähnt insbesondere die Bedeutung der Sammlung von Familienarchiven, um das kollektive Gedächtnis zu nähren, sowie den Erfolg neuer Projekte wie des Films Les Immortels, der in Zusammenarbeit mit Eric Toledano und Olivier Nakache realisiert wurde, um die jungen Generationen zu sensibilisieren.

Dieser Austausch bekräftigt schließlich die Aktualität des Kampfes gegen Antisemitismus und Rassismus und erinnert daran, dass nur Bildung es ermöglicht, die Mechanismen des Hasses zu dekonstruieren.

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