Shoah von Claude Lanzmann,
die unveröffentlichten Aufnahmen
Ausstellung

Donnerstag, 11. Dezember 2025 Sonntag, 29. März 2026

Anlässlich des hundertsten Geburtstags von Claude Lanzmann und des 40-jährigen Jubiläums des Films Shoah präsentiert das Shoah-Memorial eine vom Jüdischen Museum Berlin konzipierte Ausstellung.

Im Frühjahr 1985 präsentiert Claude Lanzmann (1925-2018) in Paris seinen monumentalen Film Shoah. Er hat zwölf Jahre an diesem Werk gearbeitet. Noch heute ist dieser mehr als neunstündige Film ein Bezugspunkt in seiner Darstellung des Völkermords, der von den Nazis an sechs Millionen Juden verübt wurde.

Die Ausstellung "Shoah von Claude Lanzmann, die unveröffentlichten Aufnahmen" ermöglicht der Öffentlichkeit erstmals den Zugang zu den Audioarchiven dieses Films.

Für Shoah interviewte Lanzmann Überlebende, Täter und Zeugen. Er begab sich mit seiner Kamera auf die Suche nach Hinweisen zu den Orten der systematischen Vernichtung. Er verzichtete darauf, in seinem Film Archivaufnahmen zu verwenden.

Die Ausstellung legt den Schwerpunkt auf die vielen Jahre der Vorbereitung vor dem Dreh. Während dieser Zeit recherchierten Claude Lanzmann und seine Assistentinnen Corinna Coulmas und Irena Steinfeldt-Levy in verschiedenen Ländern und führten unzählige, auf Magnetband aufgenommene Vorgespräche. Diese bis dahin unbekannten Tonaufnahmen zeigen, wie sehr sich der Regisseur für verschiedene Aspekte der Shoah interessierte, bevor er die Ausrottung als zentrales Thema seines Werks wählte. Sie geben auch einen Einblick in die Erinnerung drei Jahrzehnte nach dem Ende des Krieges.

Die Lanzmann-Sammlung, die im Jüdischen Museum Berlin dank der Spende des Vereins Claude und Félix Lanzmann aufbewahrt wird, bildet die Grundlage dieser Ausstellung. Diese Sammlung umfasst etwa 220 Stunden Audioaufnahmen in acht Sprachen. Seit 2023 ist dieser Fonds, ebenso wie der Film Shoah, im Verzeichnis "Memory of the World" der UNESCO eingetragen.

Die Ausstellung bietet Auszüge dieser Aufnahmen. Sie werden zum ersten Mal gleichzeitig in Paris und Berlin gezeigt. Der in 6 Teile gegliederte Parcours lädt die Besucher ein zu ein immersives Klangerlebnis erleben um die vorgestellten Themen: von den ersten Überlegungen Lanzmanns über die Interviews mit Zeitzeugen zu spezifischen Fragen der Shoah bis zur Produktion des Films Shoah.

Man entdeckt dort die Berichte der Zeugen, die Claude Lanzmann nicht behalten oder filmen konnte. Unter ihnen waren Überlebende verschiedener Ghettos und Lager, darunter der Dichter Avrom Suskever, Erich Kulka (Auschwitz), Ilana Safran (Sobibor) oder Retter wie Friedrich Graebe sowie ehemalige Verantwortliche und Ausführende der Endlösung.

Diese Aufnahmen klingen von besonderer Relevanz in unserer Gegenwart, die mit dem Ende des Zeugnisses eine Pause erlebt.

Die Zeugen, die sich im Film äußern, sprechen als "Rückkehrer" der Toten.

Zur besseren Kontextualisierung der Aufnahmen präsentiert die Ausstellung auch Originaldokumente aus dem Privatarchiv von Claude Lanzman. Diese Dokumente enthalten Briefe, Listen, Notizen und Datenblätter aus dieser Forschungszeit, die einen zusätzlichen Einblick in die praktische Arbeit des Regisseurs und seiner Assistenten geben.

Entdecken Sie den Ausstellungsverlauf in 6 Teilen


Claude Lanzmann

Claude Lanzmann, französischer Regisseur und Journalist, wurde am 27. November 1925 in Bois-Colombes geboren. Als Jugendlicher während der deutschen Besatzung schloss er sich dem Widerstand an. Nach dem Studium der Philosophie lehrte er 1948/49 an der Freien Universität Berlin.

In dieser Zeit entstanden seine ersten journalistischen Arbeiten. Anfang der 1950er Jahre begann er eine lange Beziehung mit Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir. Er arbeitete für die Zeitschrift Les Temps Modernes und wurde später deren Herausgeber. Im Jahr 1973 präsentierte er seinen ersten Film, Warum Israel, und zwölf Jahre später Shoah.

In den folgenden Jahrzehnten realisierte Lanzmann zahlreiche weitere Filme. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen als Regisseur, Schriftsteller und Journalist. Für sein gesamtes Werk erhielt er u. a. den Goldenen Ehrenbären der Berlinale.

Claude Lanzmann starb am 5. Juli 2018 in Paris, einen Tag nach der Premiere seines letzten Films Les quatre sœurs.

Foto: Claude Lanzmann in Polen bei den Dreharbeiten zu Shoah. © Association Claude et Felix Lanzmann.


Wissenschaftlicher Beauftragter: Dr. Tamar Lewinsky.

Französische Adaption: Sophie Nagiscarde, Leiterin der Abteilung für kulturelle Aktivitäten, Natacha Nisic, Künstlerin und Filmemacherin, und Clara Lainé, operative und administrative Koordinatorin.

Programmierung rund um die Ausstellung: Julie Maeck.

Eine vom Jüdischen Museum Berlin konzipierte Ausstellung


Die Ausstellung in Bildern

Ansicht der Ausstellung im Shoah-Memorial © Shoah-Memorial/Foto: Yonathan Kellerman

Die Eröffnungskonferenz der Ausstellung erneut ansehen 


PRESSEKONTAKT

Ingrid Cadoret | C La Vie - Die Agentur

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Ninon Frankreich | C La Vie - Die Agentur

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Freier Eintritt

3. Etage des Mémorial de la Shoah in Paris

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Rund um die Ausstellung

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